Die Einwohnergemeinden Walzenhausen und Wolfhalden lösen ihre gemeinsame Finanzverwaltung per Ende September 2026 auf. Eine Evaluation hat gezeigt, dass die Zusammenlegung von Prozessen und Strukturen so komplex ist, dass insgesamt kein Mehrwert entsteht. Die Gemeinderäte fällten diesen Entscheid in gegenseitiger Absprache. Beide Gemeinden setzen sich weiterhin für eine gute Zusammenarbeit ein.
Die gemeinsame Finanzverwaltung der beiden Gemeinden nahm am 1. April 2025 ihre Arbeit auf. Das Projekt basierte auf dem politischen Willen, gemeinsam stabile Strukturen zu schaffen und die beiden Gemeinden für künftige Herausforderungen zu stärken. Nach rund einem Jahr Betrieb haben die Gemeinderäte nun eine ausführliche Auswertung vorgenommen. Dabei zeigte sich, dass die operative Zusammenführung der Finanzverwaltungen deutlich anspruchsvoller ist als ursprünglich erwartet.
Nötig gewesen wäre eine solidere Basis
Die beiden Gemeinden brachten unterschiedliche Prozesse, Standards und Arbeitspraktiken ein, die sich im laufenden Betrieb nur mit grossem Aufwand harmonisieren liessen. Auch die strukturellen und personellen Voraussetzungen entwickelten sich anders als geplant, was die nötige Stabilität des gemeinsamen Betriebs beeinträchtigte. Zum Zeitpunkt des ursprünglichen Entscheids lagen plausible Annahmen über Aufwand und Umsetzbarkeit vor. Im realen Betrieb zeigte sich jedoch, wie stark Unterschiede in Prozessen und Systemen wirken. Rückblickend anerkennen die Gemeinderäte, dass vor dem operativen Zusammenschluss eine solidere Basis notwendig gewesen wäre. Unter Berücksichtigung dieser Fakten und in enger Rücksprache haben die Gemeinderäte deshalb entschieden, die Zusammenarbeit per Ende September 2026 geordnet aufzulösen.
Offen für interkommunale Zusammenarbeit
Die Gemeinderäte Wolfhalden und Walzenhausen bedauern den Entscheid. Sie sehen die Rückkehr zu zwei separaten Finanzverwaltungen jedoch als verantwortungsvollen Schritt zurück im Interesse beider Gemeinden. Selbstverständlich bleibt die Funktionalität der Finanzverwaltung zwischenzeitlich gewährleistet. Auch wenn zurzeit keine konkreten Kooperationsfelder verfolgt werden, sind beide Räte weiterhin offen für Formen der interkommunalen Zusammenarbeit.
Aus dem Projekt ergaben sich wertvolle Erkenntnisse für andere künftige Vorhaben. Die Gemeinden werden dieses Wissen konsequent nutzen, um zukünftige Kooperationen sorgfältig vorzubereiten und realistisch zu planen.
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